..meine Wege..











..ging und gehe ich bewusst

und mit Zuversicht

auf das was kommt..

Wer bin ich?


Die alte Zen-Frage, an der schon viele lange kauen... (ich auch ;-) )

"Wie bin ich bis hierher gekommen?" Das ist einfacher. Schwierigkeit dabei: wie kann ich das berichten, ohne einen Roman zu schreiben...?! Es ist wahrscheinlich eine Geschichte wie von jedermensch - in Stichwörtern:

Geboren (Berlin), aufgewachsen (Bodensee), früher rezidivierender Kreativitätsbefall, Schule, Beruf, Erwerbstätigkeit, Auszeit/Neuorientierung, Heirat, Elternschaft, Studium/Erwerbstätigkeit, Trauerfall, alleinerziehend, Burnout, Leben umkrempeln -wieder mal- bei mir selbst ankommen, Wiederaufleben meiner Kreativität, Umzug nach Leipzig und bei dem ganzen ein ständiger Balanceakt zwischen den vielfältigen Herausforderungen des Lebens!

Ständig wiederkehrende und bedeutsame Erfahrung /Erkenntnis:

Nix ist fix, alles in Bewegung. Je mehr ich vertrauensvoll in diesen Fluss eintauchen kann, desto lebendiger fühle ich mich.

Am liebsten oft gibt es dabei diese zeitlosen Momente (ich nenne es auch scherzhaft "Urlaub vom ich"), in denen der Verstand mit seinem Geplapper schweigt und ich mir erlaube, einfach zu sein und es tun sich "Räume" auf, die mich einladen, sie zu erfühlen und auszufüllen...

...jedes Mal dieser magische Augenblick voller Aufregung, Ehrfurcht und Begeisterung, bevor ich den ersten Pinselstrich auf ein Tuch setze, mein Feuerspielzeug anzünde, etwas tue was ich vorher noch nie getan habe oder auch, bevor ich den ersten Satz dieses Textes geschrieben habe - es ist jedes Mal ein Abenteuer!

Und dann? Tiefe ZuFRIEDENheit, Freude und Dankbarkeit - das Gefühl, reich beschenkt zu sein - schon durch das, was ich erlebt habe.

Einige wichtige Stationen auf dem Weg zu diesen Erfahrungen und Erkenntnissen - auch die weniger "schönen" Erlebnisse:

Der plötzliche Tod meines Mannes im Juni 2006, der schlagartig alles durcheinanderwirbelte. Unsere Tochter Lara war zu diesem Zeitpunkt 5 Jahre alt.

Mein Mann war für mich der grösste Lehrmeister bei meiner Heilung vom sogenannten Helfersyndrom - durch ihn kam ich zu der Erkenntnis, dass meine persönliche Macht genau bis zu meiner Nasenspitze reicht - und kein Stückchen weiter.

Dadurch erlangte ich ein tieferes Verständnis, was es heisst, diese Macht anzunehmen - und damit die totale Selbst-Verantwortung. Seit dem bin ich noch bewusster dabei, diese Verantwortung zu tragen - und auch Andere in Liebe und Achtung ihre eigene Verantwortung selbst tragen zu lassen.

Der darauf folgende Burnout hat mich da sehr viel gelehrt. Es war eine Art schleichender Zusammenbruch und ich war zäh. Zur kraftraubenden Mehrfachbelastung mit alleinerziehend studieren und den Haushalt und Minijob stemmen musste noch der Umzug samt Renovierung einer Drei-Zimmer-Wohnung hinzukommen, bis ich nicht mehr konnte. Ich musste mich nach dem Umzug erst einmal von den ganzen selbst auferlegten Leistungszwängen befreien um aus meinem Hamsterrad wieder herauszukommen. Dazu gehörte auch, das Studium aufzugeben.

Erst erlebte ich es als Versagen, dann beschloss ich jedoch es als Befreiung und Chance zu begreifen, um die Weichen neu zu stellen. Ich nahm mir wirklich Zeit, in mich hineinzulauschen bis ich meine inneren Impulse wieder wahrnehmen konnte. Ich fand den Mut, nicht nur wahrzunehmen, was mein Herz höher schlagen lässt, sondern auch, es zu tun. Ich bezweifle dass ich diesen Durchbruch ohne vorherigen Zusammenbruch erreicht hätte...

Das zweite, wohl einschneidendste Erlebnis war der plötzliche Tod meiner Tochter im August 2011. Sie wurde hier auf der Erde nur 10 Jahre alt. Dieser schmerzliche Verlust hat mir gezeigt, dass uns nichts hier wirklich gehört und alles nur geliehen ist.

Bild von Lara


Durch meine Erfahrungen im Zusammenhang mit Laras Tod wurde mir noch bewusster, dass Tod, Tote und Trauer in unserer Gesellschaft ein Tabuthema sind. Ich erlebte jede Menge Unsicherheit bei Freunden, die auf einmal Berührungsängste mit mir hatten und sich offenbar völlig hilflos fühlten, passende Worte der Anteilnahme zu finden.
Besonders kritisch empfinde ich das Regelwerk und die strukturellen Abläufe der Institutionen, welche es den Menschen, die in diesen Institutionen tätig sind, fast unmöglich machen, auf Hinterbliebene so einzugehen, wie es einer Gesellschaft mit einer vorhandenen Sterbekultur entsprechen würde.

Zum Glück gibt es auch Ereignisse, die mir Rückenwind geben!

Das ist der Thommy aka Burning George, wie er sich nennt

Dazu zählt besonders, dass ich 2009 einen Partner gefunden habe, der in die selbe Richtung schaut wie ich und viele meiner Interessen teilt, darunter auch Begeisterung für das Feuerspiel und künstlerisches Gestalten.
Seit dem geht es vorwärts mit meinen Projekten, die nun gemeinsame Projekte geworden sind - und es sind noch einige gemeinsame Projekte neu dazugekommen.

Eine weitere Änderung, die mich beflügelt, ist der Umzug nach Leipzig. Hätte meine Tochter nicht gesagt:
"Mama, Leipzig ist so toll - hier will ich auch wohnen!" wäre ich gar nicht auf die Idee gekommen, vom Bodensee wegzuziehen.

So lebe ich jetzt mit einem Partner, der auch einer ist, an einem Ort wo ich mich wohl fühle, mehr Platz zum Künstlern habe und inspirierenden Austausch in einer Gemeinschaft von Leuten, die genauso neugierig sind wie ich, was wir hier auf diesem schönen Planeten alles bewegen können.

Mit den Jahren und Erfahrungen hat sich meine Bandbreite ständig erweitert - ich begeistere mich für Feuer-Kunst, Tanz-Kunst, Organisations-Kunst, Mal-Kunst, Fluoro-Kunst, Heil-Kunst, Kommunikations-Kunst, Handwerks-Kunst ...

...und ganz besonders immer auch die.... LEBENS-KUNST:

Grenzen des Gewohnten sprengen, Herausforderungen als Chancen wahrnehmen, Potenzial entfalten, Visionen verwirklichen, zum grossen Ganzen beitragen, das Leben feiern, für die Unterstützung anderer Mitreisender und die vielen Geschenke und Hürden unterwegs danken.

....und ganz besonders meiner geliebten Tochter Lara - sie war und ist eine meiner wichtigsten Lehrerinnen, die ich sehr schmerzlich vermisse. Sie hat in ihrem kurzen Leben so viele Herzen geöffnet und Spuren der Liebe hinterlassen! Sie hat mir vorgelebt wie man mit offenem Herzen durch die Welt geht - bis zu dem Zeitpunkt als ihre Seele beschlossen hat, dass es Zeit ist zu gehen...

Auch wenn es immer wieder schmerzt, bin ich dankbar für die wundervollen 10 Jahre mit ihr. Dafür dass ich diese grosse Seele in einem kleinen Körper kennenlernen und begleiten durfte, nehme ich auch den Schmerz an...

Ich möchte diesen Überblick über mich, meine Erlebniswelt und meinen Werdegang mit einem Zitat von Albert Schweitzer beenden. Es passt dazu, was in unzähligen Gesprächen mit Sterbenden ( => Sterbeforscherin E. Kübler-Ross) übereinstimmend als das Wichtigste im Leben genannt wurde, und es beschreibt perfekt, was Lara uns vorgelebt hat:

Das einzig Wichtige im Leben sind die Spuren von Liebe, die wir hinterlassen, wenn wir weggehen.
Namasté!
IMPRESSUM

Entwicklungsstand: 24. April 2013