..was schon einmal gut war..




..kann vielleicht noch besser werden..?

DOKUMENTATION - Der Drache

Vorgeschichte

Schon viele Jahre bin ich sehr beeindruckt von den Werken des Künstlers M.C. Escher, vor allem, da er sich mit optischen Illusionen beschäftigt hat. Viele seiner Werke sind jedoch in schwarz-weiss. Besonders hatte es mir auch ein Holzstich aus dem Jahr 1952 angetan, der einen Drachen darstellt, wobei Escher die Konfliktsituation verdeutlichen wollte, Dreidimensionales auf zweidimensionalem Papier darzustellen...
Das entsprechende Kapitel in seinem Buch "Der Zauberspiegel des M. C. Escher" heisst daher auch bezeichnenderweise: "Zeichnen ist Täuschung".

Entstehung

Inspiriert durch den Holzschnitt von Escher gewann die Idee immer mehr Gestalt, den Drachen neu zu interpretieren: mit demselben perspektivischen Konzept, und sowohl mit nichtleuchtenden, als auch mit fluoreszierenden und phosphoreszierenden Farben.

Da ich damals noch keinen OHP (Über-Kopf-an-die-Wand-werfer) zur Verfügung hatte, arbeitete ich mit einer Rasterung, d.h. ich teilte das Original in gleichgrosse Quadrate auf und kennzeichnete diese Zeilen und Spalten mit fortlaufenden Nummern und Buchstaben. Nun spannte ich ein Leintuch an die Wand und rasterte das Leintuch mit genau der gleichen Anzahl an entsprechend grösseren Quadraten, indem ich Fäden spannte - meine "Hilfslinien".

Jetzt begann der eigentliche Spass: Quadrat für Quadrat den jeweiligen Ausschnitt vom Original näherungsweise auf das Laken mit Bleistift abzeichnen... *ächz* Danach kam der entspannendere Teil: die Umrisse mit Farbe füllen.

So entstand meine eigene Interpretation in Farbe und mit anderem Hintergrund, als besonderes Highlight der Sternenhimmel mit Sternen in Nachtleuchtfarbe. Die Besonderheit an diesem Tuch ist, dass es je nachdem ob mit Tageslicht, Schwarzlicht oder im Dunkeln anders aussieht. Fertigstellung war im November 2002.

Bild vom alten Drachen

Nach ein paar Jahren war der Drache schon etwas lädiert, wie das aktuelle Foto vor der Umgestaltung zu zeigen versucht.




Daher entschloss ich mich, ihn gründlich zu überarbeiten.

Wiedergeburt

Inzwischen verwende ich auch wesentlich pigmenthaltigere (stärker leuchtende) Farben als in der Anfangszeit, da ich mir ein bescheidenes Wissen über den Umgang mit Pigmenten und Farbenzusätzen angeeignet habe. Seitdem bin ich im Farbenmischfieber ;-)

So kam es, dass der Drache im März 2010 nochmal "unter den Pinsel" musste, um ihm so vielleicht neues Leben einhauchen zu können..

Feinarbeit am Drachen


Nachdem er nun wieder richtig schön leuchtete, habe ich nochmal die Konturen und Schatten überarbeitet, damit die Kontraste und der 3D-Effekt besser rauskommen.


Feinarbeit am Drachen

Gleichzeitig sind dann noch ein paar kleine Details dazugekommen...

...wenns mich packt, fällt mir immer noch eine Kleinigkeit ein, wie ich noch einen draufsetzen könnte...!

Denn erst, wenn sich das Werk in meinen Augen im Vergleich zur ersten Fertigstellung wirkungsvoll verbessert hat, bin ich zufrieden!

..und? ..zuviel versprochen..?


bluedragon neuDer Drache im Schwarzlicht..


bluedragon neu
Der Drache bei Tageslicht..


Wieso mich dieses Motiv faszinierte


Der Drache steht auf der Stelle, in sich selbst verknotet, und schaut sehnsüchtig dem Kometen hinterher..
Die Entstehung der einzelnen Werke geht bei mir einher mit inneren Prozessen. Wenn ich zurück überlege, war damals (2002) "Knoten lösen" für mich ein Thema...

Wo dieses Werk mal "live" zu bewundern war, kann in der Galerie eingesehen werden. Es würde mich freuen, wenn diese Dokumentation ihren Zweck erfüllt hat und dem/der einen oder anderen angehenden Künstler/in Mut macht, selbst mal den Pinsel in die Hand zu nehmen.

Über ein Feedback -speziell zu diesem Bild- und der Dokumentation über die Entstehung, z.B. in der Galerie oder in meinem Gästebuch, freue ich mich besonders.
IMPRESSUM

Entwicklungsstand: 24. April 2013