..von der Idee..




..bis zur Umsetzung..

DOKUMENTATION:

Jedes Werk hat seine eigene Geschichte, schon bei der Entstehung. Auch kommt es vor, dass ich ein Werk nach einer Weile überarbeite, da es meinen wachsenden Ansprüchen nicht mehr genügt. Ganz frühe Werke hab ich sogar komplett überarbeitet, weil der Zahn der Zeit daran nagte -eine ausführliche Beschreibung befindet sich in der Rubrik: remaking of-
Andere sind vom langjährigen "Dornröschchenschlaf" des Entwurfsstadiums endlich realisiert worden, wie dieses hier.

Die Entstehung meines Werkes   "Mindtwister"

Hier möchte ich mal zeigen, wie ich bei diesem Tuch vorgegangen bin und welche einzelnen Schritte es bis zur Fertigstellung durchlief.

Die Idee


Bild von mir
Mein erstes selbstentworfenes und auf Stoff gemaltes Mandala wurde leider entwendet und tauchte nie wieder auf. Als mein erstes großes Werk hatte es für mich einen besonderen ideellen Wert und ich war lange sehr frustriert über den Verlust, bis ich auf die fast wahnwitzige Idee kam, es ein zweites Mal zu malen.. Das war Anfang 2010.

Neuer Schwung und auch neue Möglichkeiten im März 2010 führten dann dazu, diese Idee tatsächlich umzusetzen.

Diesen Werdegang haben wir dokumentiert als Beispiel für die Entstehung bzw. "Wiederauferstehung" eines Werkes.

Die Vorgeschichte

Malen und Zeichnen zählen schon immer zu meinen liebsten Hobbies, seit ca. 15 Jahren besonders auch das Zusammenspiel von Form, Farbgebung, Perspektive, Licht und Schatten. Beim Experimentieren hiermit stellte ich fest, dass sich der Kontrast der Objekte durch die Verwendung von fluoreszierenden Farben noch steigern lässt, wodurch zum Teil 3D-artige Effekte entstehen.

Ich hatte dann die Idee, mittels einer "Hilfskonstruktion" auf einem Tuch (ca 100x100cm) eine Dreifachspirale zu entwerfen. Besonders faszinierte mich an der Idee, dass Spiralen geometrisch nicht konstruierbar sind. Jedenfalls nicht mit Zirkel und Lineal und ohne Computer. (Damals hatte ich auch keinen.)

Es ergab sich dann im Zentrum der Konstruktion eine Triskele (traditionelles keltisches Motiv), die ich mit Rot, Blau und Gelb ausfüllte, und davon ausgehend die Zwischenräume der Spiralen analog zu der Farbreihenfolge im Regenbogen bemalte.

Das so entstandene, sehr dekorative Mandala hatte den Effekt, dem Betrachter den Eindruck zu vermitteln, dass die Spiralen sich zu bewegen scheinen, und kam, wie oben erwänt, bald abhanden. Was mir blieb war die Erinnerung an das Konzept und die Konstruktion.

Bei der neuerlichen Gestaltung half mir das allerdings sehr, darüberhinaus haben sich meine Vorstellungen, Technik und Farb- wie Formverständnis weiterentwickelt. So brauchte es "nur" noch den entscheidenden Anstoss, den ich ja dann auch erfreulicherweise bekam.

Die (Wieder-)Entstehung

Zunächst entwarf ich das gesamte Konstrukt (und diesmal wesentlich exakter) auf einer kopierfähigen Unterlage und skizzierte mir die entsprechenden Grundlinien sowie Farbgebungen. Um den "Spiraleffekt" noch harmonischer zu gestalten, bediente ich mich bei der Neuauflage der sog. "Fibonacchi-Reihe", welche mit dem "Goldenen Schnitt" verwandt ist und die in der Natur vorkommenden Spiralen, z.B. die von Schneckenhäusern, beschreibt.

Die dazu gehörigen und erläuternden Hieroglyphen und Formeln bei Wikipedia forderten mich wirklich heraus (ich bin erst mal vor Ehrfurcht erstarrt), bis ich dann dort auf die bereits fertig ausgerechnete Fibonacchi-Reihe gestossen bin ;-).

der Start

Der fertige Entwurf wurde auf Folie kopiert und mittels eines zwischenzeitlich angeschafften OHP (Über-Kopf-an-die-Wand-werfer) an die Wand projiziert.

Mangels Platz war Improvisation gefragt bei der Umfunktionierung des Wohnbereichs zum Atelier..


die Feinarbeit
Hier war bereits das neu zu bemalende Leinentuch auf farbenfesten Untergrund aufgespannt. Anhand der projizierten Grundlinien konnte ich nun beginnen, die Flächen mit den eigens angerührten Farben auszumalen. <

zwischenstand
So nach und nach erschliesst sich dem Auge das Konzept..

Das Wechselspiel der Farben innerhalb der Spiralen und konzentrischen Kreise spielen dem Auge immer wieder einen Streich.. ;-)
Es entsteht eine optische Täuschung, die durch die Verstärkung der Kontraste unter Schwarzlicht am deutlichsten zu erleben ist.

Das Ergebnis


Mindtwister

Selbst die Kamera kommt nicht wirklich mit der Wirkung zurecht, daher hier ein nachcoloriertes Bild.

Warum dieses Motiv?

Rückblickend kann ich sagen, dass zu der Zeit, als ich mein erstes fluoreszierendes Mandala auf Stoff malte, in unserer damaligen, legendären WG (natürlich am "Nabel der Welt", nämlich in Unterraderach ^^ ) eine allgemeine und auch künstlerische Aufbruchsstimmung herrschte.

Wir wohnten zu dritt - und die drei Primärfarben ganz in der Mitte, die sich aussen wiederholen, könnte jeder, der uns früher kannte, sofort dem jeweiligen Bewohner zuordnen ;-)

Spiralen fühlen sich für mich schon immer sehr energetisch an, drum passt das symbolisch zu dem ganzen Wirbel damals in der WG - das war so 1994 und wir waren anfang/mitte 20.... ...und auch bei der Neuauflage steuerte mein Leben bereits auf einen grossen Umbruch zu....


In der Galerie kann nun nachverfolgt werden, wo dieses Werk dann "live" zu bewundern war. Es würde mich freuen, wenn diese Dokumentation ihren Zweck erfüllt hat und dem/der einen oder anderen angehenden Künstler/in Mut macht, selbst mal den Pinsel in die Hand zu nehmen.

Über ein Feedback -speziell zu diesem Bild- und der Dokumentation über die Entstehung, z.B. in der Galerie oder in meinem Gästebuch freue ich mich besonders.
IMPRESSUM

Entwicklungsstand: 24. April 2013